Die Gigabitförderung beantragen Kommunen, nicht Unternehmen. Wer profitieren will, meldet seinen Bedarf rechtzeitig bei Gemeinde oder Landkreis an.
Die Bundesregierung fördert den Glasfaserausbau in Deutschland mit Milliardenprogrammen. Für Unternehmen in Bremen und Niedersachsen bedeutet das: Wer heute versteht, wie die Gigabitförderung funktioniert und was sie leistet, kann seinen Glasfaser-Anschluss aktiv vorantreiben, statt auf den Zufall zu warten.
Welche Glasfaser-Förderung gibt es 2026?
Die wichtigste Förderquelle auf Bundesebene ist die Gigabitförderung des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS). Daneben existieren Landesprogramme und EU-Mittel, die regional unterschiedlich ausgestaltet sind.
Gigabitförderung des Bundes
Das BMDS fördert den Glasfaserausbau in wirtschaftlich unrentablen Gebieten. Die Grundlogik: Wo Netzbetreiber ohne staatliche Unterstützung keinen Ausbau planen, übernimmt die öffentliche Hand 50 bis 70 Prozent der Ausbaukosten. Den Antrag stellen keine Einzelunternehmen, sondern Kommunen, Landkreise und Zweckverbände für ihr Gebiet.
Förderaufruf 2026: Antragsfenster bis September
Seit 1. April 2026 läuft ein neuer Förderaufruf mit mehr als einer Milliarde Euro Bundesmittel. Kommunen können Anträge bis zum 15. September 2026 einreichen. Grundlage ist die dritte Änderung der Gigabit-Richtlinie 2.0, die das Verfahren digitalisiert und beschleunigt. Für Unternehmen bedeutet das: Die nächste Chance auf geförderte Infrastruktur besteht jetzt, wenn die eigene Gemeinde oder der Landkreis einen Antrag stellt.
Regionale Programme in Niedersachsen und Bremen
Ergänzend zur Bundesförderung legen Niedersachsen und Bremen eigene Programme auf, die Kommunen den Eigenanteil erleichtern oder bestimmte Gewerbegebiete direkt adressieren. Die NBank Niedersachsen und die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) sind zuständige Anlaufstellen für regionale Fördermittel im Norddeutschen Raum.
Wie profitieren Unternehmen von der Gigabitförderung?
Unternehmen sind in der Gigabitförderung keine direkten Antragsteller, profitieren aber erheblich: Liegt das Betriebsgelände im Fördergebiet, wird der Glasfaser-Anschluss auf Kosten der öffentlichen Hand bis an die Grundstücksgrenze oder in das Gebäude geführt.
Markterkundung: Bedarf melden und Fördergebiet sichern
Vor jedem Förderaufruf führen Kommunen eine Markterkundung durch. Unternehmen können in dieser Phase ihren Bedarf anmelden. Wer das versäumt, riskiert, vom Fördergebiet ausgeschlossen zu werden. Sprechen Sie Ihre Gemeinde oder Ihren Landkreis aktiv an, wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Standort erfasst ist.
Gewerbegebiete im Fördergebiet
Gewerbegebiete mit schlechter Versorgung (weniger als 100 Mbit/s symmetrisch) kommen grundsätzlich für die Förderung in Frage. Gerade in den Randbereichen von Bremen und in ländlichen Teilen Niedersachsens gibt es noch zahlreiche weiße und graue Flecken, die 2026 adressiert werden können.
Vom Glasfaser-Anschluss zur internen Vernetzung
Die Gigabitförderung endet in der Regel am Hausübergabepunkt. Was danach kommt, liegt in der Verantwortung des Unternehmens: die Glasfaserverkabelung im Gebäude, die Verteilung auf Etagen und Arbeitsplätze sowie die Einbindung in die bestehende Netzinfrastruktur. Genau das ist die Arbeit von baconnect.
Was Unternehmen jetzt konkret tun sollten
Fördergelder fließen nicht automatisch. Wer aktiv bleibt und frühzeitig plant, kommt schneller ans Ziel.
Versorgungssituation prüfen
Prüfen Sie auf der Breitbandkarte des Bundes, ob Ihr Standort als unterversorgt gilt. Liegt die verfügbare Bandbreite unter 100 Mbit/s symmetrisch und ist kein privatwirtschaftlicher Ausbau geplant, ist Ihr Standort förderrelevant.
Gemeinde oder Landkreis ansprechen
Da Kommunen die Anträge stellen, ist der direkte Weg über Ihre Gemeinde oder Ihren Landkreis der effektivste. Schildern Sie Ihren Bedarf schriftlich und fragen Sie, ob ein Förderantrag im aktuellen Aufruf bis September 2026 geplant ist. Je mehr Unternehmen Bedarf anmelden, desto stärker das Argument für die Aufnahme ins Fördergebiet.
Interne Infrastruktur rechtzeitig planen
Ein geförderter Glasfaser-Anschluss bringt nur dann den vollen Nutzen, wenn die Inhouse-Infrastruktur bereit ist. Warten Sie nicht bis zur Fertigstellung des Außennetzes. Lassen Sie jetzt ein Infrastruktur-Audit durchführen und planen Sie die interne strukturierte Verkabelung parallel zum Außenausbau.
Glasfaser-Inhouse-Verkabelung: Ihre Aufgabe nach dem Anschluss
Steht der Glasfaser-Anschluss am Gebäude, beginnt die eigentliche Arbeit im Inneren. baconnect übernimmt die gesamte Inhouse-Verkabelung für Unternehmen in Bremen und Niedersachsen: von der Hauseinführung über die vertikale Glasfaser-Steigleitung bis zur horizontalen Etagen- und Arbeitsplatzverteilung.
Hauseinführung und Übergang zum internen Netz
Am Hausübergabepunkt endet der öffentlich geförderte Abschnitt. baconnect verbindet den Übergabepunkt sauber mit Ihrer internen Netzstruktur, spleißt die Glasfaser und richtet die erforderliche aktive Technik in der Netzinfrastruktur ein.
Messung und Zertifizierung nach EN 50173
Nach der Verlegung messen wir jede Glasfaserstrecke per OTDR und protokollieren die Ergebnisse normgerecht. Sie erhalten ein prüffähiges Übergabeprotokoll als Nachweis und für spätere Wartungseinsätze.